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  • Fabian Betzendahl

Das Kreuzfahrterlebnis der besonderen Art auf der Azamara Pursuit

Mit der Azamara Pursuit war ich im Juni 2019 für drei Nächte ab Venedig unterwegs und habe diese Reise als etwas ganz besonderes wahrgenommen, da Azamara eine Reederei im oberen Premiumsegment ist und somit so einiges anders und besser war, als man es von anderen Reedereien gewöhnt ist. Das Highlight der Reise war definitiv die White Night auf dem Pooldeck aber dazu später mehr.


Azamara Pursuit auf Reede vor Opatija in Kroatien

Im Hafen von Venedig hat die Reise begonnen. Nach dem sehr angenehmen und höflichem Check-In ging es wenige Minuten später direkt an Bord der etwa 180 Meter langen Azamara Pursuit, die Platz für etwa 700 Gäste bietet und damit zu den eher kleinen Schiffen auf dem Markt gehört. Für mich bisher sogar das kleinste Schiff, mit dem ich unterwegs war, sodass ich zunächst sehr gespannt war.

Außenkabine 4018

Nachdem sich der Kabinensteward persönlich vorgestellt hatte und uns alle Annehmlichkeiten der Außenkabine 4018 erklärt hatte, habe ich mir einen Überblick verschafft und somit alle öffentlichen Bereiche angesehen. Der erste Eindruck war äußerst positiv und die Freude auf die nächsten zwei Tage war sehr groß.






Nach dem ersten Rundgang ging es dann auch direkt in das Windows Café, also das Buffetrestaurant an Bord. Hier werden die Gäste mit einem tollen Ausblick nach draußen durch die bodentiefen Fenster verwöhnt und auch das Ambiente des Restaurants hat mich nicht an ein Buffetrestaurant erinnert. Auf der Außenterasse wurde mir der im All-Inclusive enthaltene Weißwein aus der Flasche eingeschenkt und am Buffet wurde das Essen von der Crew auf die Teller aufgetan - zum einen hygienischer, zum anderen auch hochwertiger, als mit den Zangen selbst in die Lasagne zu greifen. Geschmacklich war alles sehr gut - insbesondere für ein Buffetrestaurant.

Hochwertiges Buffetrestaurant

Passage des Markusplatzes

Um 18 Uhr hieß es dann „Leinen los, Venedig!“. Wenige Tage zuvor hatte der Unfall der MSC Opera im Kanal Venedigs nochmals für Unmut gesorgt, was die Passage vor dem Marktplatz betrifft - zurecht in meinen Augen. So schön die Passage des Kanals direkt vor der Stadt auch ist, die äußere Route an der Lagune vorbei ist zwar weniger spektakulär, jedoch hätten die meisten Gäste dafür Verständnis. Dies ist jedoch ein umstrittenes und komplexes Thema, was an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden soll.

Nachdem die Azamara Pursuit die Lagune verlassen hatte, ging es auf Deck 5 in das Discoveries Restaurant am Heck des Schiffes. Dies ist das inkludierte Hauptrestaurant mit Bedienung am Platz und in meinen Augen sehr groß für die Anzahl der Gäste an Bord. Dementsprechend angenehm und ruhig waren dort die Abende und der Service von unserem Kellner Prasad aus Indien war äußerst aufmerksam und zuvorkommend - vielen Dank nochmals an dieser Stelle! Auch vier Gänge waren sowohl geschmacklich, als auch optisch äußerst lobenswert, sodass wir abends gerne dort gegessen haben und dabei sogar die Aussicht auf die Heckwelle genießen konnten.


Show-Lounge


Als Abschluss des ersten Tages an Bord habe ich dann noch die Show-Lounge besucht und eine Aufführung von vier Sängern mit fünf Musikern angesehen. Angesichts der Schiffsgröße darf man an Bord natürlich kein Theater über drei Decks mit Artistik und atemberaubenden Bühnenbildern erwarten - dies versteht sich sicherlich von selbst. Daher war die Unterhaltung dort in der Show-Lounge für die Verhältnisse des kleinen Schiffs durchaus schön und unterhaltsam.





Nach einer erholsamen Nacht in dem äußerst bequemen Bett, wahrscheinlich sogar dem bequemsten Bett, in dem ich je geschlafen habe, wurde ich nach dem Aufwachen mit einem traumhaften Blick auf die kroatische Küste belohnt. Kurz darauf hätte mich dann auch die Ankerkette geweckt, da wir vor Opatija geankert haben und von 8 bis 22 Uhr auf Reede lagen. Zeit genug für ein kleines und gemütliches Städtchen.


Gestärkt von dem leckeren Frühstück auf der Außenterasse des Buffetrestaurants mit leckeren frischen Früchten und einer warmen Waffel ging es mit einem Tenderboot an Land. Ich persönlich liebe Tenderhäfen, da sie immer eine großartige Fotokulisse bieten und so war es auch vor Opatija. Normalerweise ist die Kehrseite der Medaille, das Hunderte Gäste morgens das Schiff mit den Booten verlassen möchten. Auf der Azamara hingegen fuhren wir kurz nach 9 Uhr mit 10 anderen Gästen an Land - Entspannung pur dank der Schiffsgröße. Gut, das Schiff war nicht ganz ausgebucht: 550 Passagiere, davon 32 Deutsche. Bemerkenswert im Vergleich zu den Gästen ist, dass sich etwa 400 Crewmitglieder um deren Wohl kümmern.

Opatija / Kroatien

Gefühlte 80 Fotos vom Schiff später hat das Tenderboot Opatija erreicht und ich habe zu Fuß das Städtchen erkundet und bin der schönen Küste entlanggelaufen. Typische Sandstrände findet man in Kroatien eher selten, dafür gibt es hier einige Badestrände mit Leiter in das Wasser oder eben Steinstrände. Meine Badehose hatte ich sowieso zu Hause vergessen, daher hatte mir der schöne Strand auch nicht zu sehr gefehlt. Ein Bummel durch das gemütliche Städtchen mit schöner Promenade lohnt sich allemal.


Zurück an Bord gab es einen Snack im The Patio, dem Burger-Grill an Bord, bevor ich am Nachmittag noch einige Szenen des Schiffsrundganges gefilmt habe und mich etwas für das Highlight am Abend ausgeruht hatte - die White Night!


Alles in weiß - die White Night kann beginnen!

Gegen 18 Uhr, und somit noch vor der kroatischen Küste, begann die White Party dann auf dem Pooldeck bei angenehmen 27 Grad und einer leichten Meeresbrise. Diese Brise trieb dann auch den Duft der Holzkohlegrills für das BBQ in unsere Nasen. Ja, das Fleisch wurde wirklich auf dem echten Feuer des Grills zubereitet, sodass dies ein besonderes Geschmackserlebnis beim Dinner unter freiem Himmel ganz in weiß war. Auf dem ganzen Pooldeck waren Tische aufgebaut worden und die Auswahl am Buffet neben dem Pool war riesig. Live-Musik, nette Unterhaltungen und hochwertige Getränke haben den Abend perfekt gemacht. Kurz nach dem Sonnenuntergang hinter den kroatischen Bergen hatte der spanische Kapitän den Anker eingeholt und Kurs genommen auf das nächste Ziel in Slowenien. Wir haben den Abend dann im „The Living Room“ ausklingen lassen, wo noch bis lange nach Mitternacht eine tolle Stimmung mit Musik vom DJ herrschte.



Am nächsten Morgen und einer angenehmen Nacht weckten mich die Sonnenstrahlen vor der Hafeneinfahrt von Koper in Slowenien. Bei dem bequemen Bett mit den hohen Matratzen fiel das Aufstehen schwer, jedoch war die kurze Zeit an Bord zu schade, um nicht doch früh aus den Federn zu kommen. Gesagt getan und schon beim Frühstück - natürlich wieder auf der Außenterasse mit Avocado, Rührei mit Lachs und frisch gepresstem Orangensaft (free of charge).


Direkt am Anleger bringt ein Fahrstuhl die Kreuzfahrtgäste in das histrorische Stadtzentrum Kopers. Hier empfehle ich einen Bummel durch die Altstadt mit ihren vielen kleinen Gassen, die zum Schlendern einladen. Direkt in Koper gibt es auch noch den Glockenturm, den man für 3,5€ pro Person mit etwa 200 Stufen besteigen kann und oben von einer schönen Aussicht belohnt wird. Außerdem gibt es einen kleinen Yachthafen und einen grünen Park. Freunde haben sich bei der Touristeninfo Fahrräder für 9€ pro Tag ausgeliehen und sind damit nach Piran gefahren, das etwa 1,5 - 2 Stunden mit dem Rad entfernt liegt und auch wunderschön ist. Der Preis ist allemal fair!

Nach etwa zwei Stunden in Koper habe ich den kurzen Rückweg zur Azamara Pursuit angetreten, da die gepolsterten Sonnenliegen auf dem Pooldeck mit einem gefalteten Handtuch darauf sehr verlockend aussahen. Was soll ich sagen - sie sahen nicht nur bequem aus, sie waren es auch! Schattenplätze sind zwar relativ rar, gefunden hatte ich aber noch einen. Dazu gab es einen Frozen Yoghurt mit Toppings von der Station, die sich direkt neben dem Poolgrill befindet.


Inkludierte Drinks

Anschließend war auch das letzte Abendessen im Disvoveries Restaurant wieder sehr lecker, sodass wir zu viert noch eine Bar aufgesucht haben und auch wieder spontan einen Sitzplatz gefunden haben - trotz All-Inclusive. Wo wir schon bei dem Thema sind, muss man hier jedoch sagen, dass man das „All“ vielleicht eher durch „Most“ ersetzen sollte, da es zwar auf der letzten Barkarte eine gewisse Auswahl an inkludierten Getränken (Softdrinks, Weine, Biere, Cocktails und Spirituosen) gab, vieles jedoch auch aufpreispflichtig war. So ist beispielsweise ein Mojito oder Aperol Spritz nicht inkludiert… Trotzdem wird man natürlich auch bei den inklduiderten Getränken fündig, sodass es ein gelungener letzter Abend an Bord war und wir als Abschluss des Tages bereits gegen Mitternacht den Hafen von Venedig erreicht hatten und noch die Hafeneinfahrt bei Dunkelheit genießen konnten.


Am nächsten und damit letzten Morgen mussten wir das Schiff, wie für amerikanische Reedereien üblich, bereits spätestens um 9:15 Uhr verlassen. Dies verlief jedoch alles sehr entspannt, da hier natürlich nicht Hunderte Gäste gleichzeitig über die Gangway wollten.


Ein letzter Tag in Venedig stand nun an, bevor ich gegen 15:30 vom Marco Polo Airport die Rückreise angetreten habe und diese Kurzreise mit der Azamara Pursuit von Azamara Club Cruises äußerst positiv in Erinnerung behalten werde. Natürlich ist das Preisniveau hier etwas höher, dies ist jedoch allemal gerechtfertigt, da ihr ein exklusives Ambiente mit besonders gutem Service und hochwertigem Essen bekommt. Haltet die Augen gerne offen, da es regelmäßig gute Angebote gibt, sodass eine Woche beispielsweise in einer Außenkabine schon für 1.300€ pro Person verfügbar ist, was absolut preisgünstig ist für dieses Produkt.

Mehr über meine Reise mit der Azamara Pursuit gibt es ab Juli auf meinem YouTube-Kanal (YouTube.com/Kreuzfahrturlauber) und schon jetzt auf Instagram (instagram.com/Kreuzfahrturlauber.de).


Euer Kreuzfahrturlauber Fabian




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